3 Oxford GER

 

An sich ist das Oxford-Komma (auch als Listenkomma bezeichnet) ja nicht der Ironie zugeneigt. Das kommt eher davon, dass es eben nicht im britischen Englisch (BE) verbreitet ist, sondern im Amerikanischen (AE). In Großbritannien gibt nur das Oxford College selbst vor, dass dessen Komma verwendet werden sollte, während ansonsten – wie im Deutschen – ohne dieses aufgelistet wird.

Was ist das Listenkomma nun eigentlich?

Es geht darum, wenn man verschiedene Elemente aneinanderreiht und diese Liste gewöhnlich mit einem „und“ abschließt. (Dies gilt auch für „oder“ und ähnliche Konjunktionen.) Das Listenkomma wird vor dieser abschließenden Konjunktion gesetzt, also:

AE: The boys were watching cars on the highway. They saw red, blue, yellow, and green vehicles.

In BE wird das Oxford-Komma gewöhnlich nicht gesetzt:

BE: The boys were watching cars on the highway. They saw red, blue, yellow and green vehicles.

Hier macht das keinen besonderen Unterschied aus. Die Aussage bleibt gleich.

Ist das Oxford-Komma also einfach nur eine dieser Eigenarten, die man getrost ignorieren kann? Nun, wenn man sich in einschlägigen Seiten im Internet umschaut – bei Autoren, Lektoren, Redakteuren -, so gerät man schnell in einen Hurrikan der gegensätzlichen Meinungen. Anhänger und Feinde des Listenkommas bekriegen sich mit größter Herzenslust, was nun besser sei. Letztere lieben die Einfachheit des Lebens ohne Oxford-Komma und meinen, dass man doch alles auch so versteht.

Die Anhänger wiederum führen gerne Beispiele auf, bei denen sich Oxford als vorteilhaft erweist:

BE: I went fishing with my two boys, Paul and Bob.

Alles scheint klar, doch der nächste Satz wäre: All five of us were having fun. Ähm, wieso fünf? Mit dem Listenkomma wird die Sache klar:

AE: I went fishing with my two boys, Paul, and Bob.

Denn unterwegs waren der Vater, seine zwei Söhne sowie deren Freunde Paul und Bob. Das Oxford-Komma stellt klar, dass er nicht die Namen seiner Kinder nach dem Komma aufgeführt hat.

Dann gibt es noch die etwas skurrileren Varianten, wie z.B.:

BE: On her trip through Asia, Karen met the tourist John, a chopstick collector and an exotic dancer.

Der gute John scheint hier schon interessante Hobbies zu haben, ist aber mit dem Oxford-Komma eher langweilig:

AE: On her trip through Asia, Karen met the tourist John, a chopstick collector, and an exotic dancer.

Oder wie wäre es mit folgendem?

BE: I love reading, eating crisps and my cat.

Upps. Mir persönlich liegt die amerikanische Version ja eher:

AE: I love reading, eating chips, and my cat.

Selbstverständlich kann man jeden dieser Sätze auch ohne Oxford-Komma verstehen. Und ehrlich gesagt, vieles hier ist schon ein wenig umständlich konstruiert. Im Endeffekt muss man sich entscheiden, was einem lieber ist.

Nur eine Regel gilt immer: Bleib dabei! Wenn man mit dem Oxford-Komma in einem Text angefangen hat, so muss man das auch durchgängig verwenden. Umgekehrt gilt das auch, wenn man es weglässt.